Hanau, die Brüder-Grimm-Stadt, liegt im Osten des Rhein-Main-Gebiets. In Hanau beginnt die Deutsche Märchenstraße, die in Bremen endet. Sie ist eines der zehn Oberzentren des Landes Hessen, Sonderstatusstadt des Main-Kinzig-Kreises und mit etwa 93000 Einwohnern und die sechstgrößte Stadt Hessens. Die ehemalige Residenzstadt ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Region Main-Kinzig und ein bedeutender Verkehrs-, Industrie- und Technologiestandort.

Die Wasserburg Hanau wird erstmals 1143 erwähnt und im Februar 1303 wurde der Siedlung Hanau das Markt- und Stadtrecht verliehen. Damit war das Recht verbunden, Märkte abzuhalten. Auf dem Marktplatz steht der „Justitiabrunnen“ aus dem Jahre 1611. Am Rathaus befinden sich unter anderem die Nachbildung des Halseisens und die „Hanauer Elle“ (54,38 cm), die offizielle Längenmaßeinheit zum Abmessen von Tuch während des Wochenmarktes.

Das Rathaus der Altstadt Hanau wurde 1537 – 1538 von Baumeister Conradt Speck errichtet, der mit Stilelementen der ausklingenden Gotik und der beginnenden Renaissance arbeitete.

In der ursprünglich offenen Halle des Erdgeschosses befanden sich u. a. die Stadtwaage, eine Tabakspresse und Löschgerätschaften sowie ab 1821/22 das Landgericht, Lagerräume, Tabakspeicher und Schulräume. Von 1902 bis 1942 war hier das Museum des Hanauer Geschichtsvereins, danach das Deutsche Goldschmiedehaus und seit 1985 ist hier auch der Sitz der Gesellschaft für Goldschmiedekunst.

Für Immobilienbewertung und Wertermittlung ist auch die Historische Kuranlage Wilhelmsbad interessant. Sie gehört zu den beliebtesten Naherholungszielen im Rhein-Main-Gebiet. Ihre Entstehung verdankt die historische Kur- und Badeanlage zwei Kräuterfrauen, die hier im Jahre 1709 eine Waldquelle entdeckten, der wenig später heilsame Wirkung zugesagt wurde.

Die Geburtsstunde für Wilhelmsbad schlug 1777, als der in Hanau residierende Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel den Bauauftrag erteilte. Nach nur knapp eineinhalbjähriger Bauzeit stand die weitläufige Anlage für die ersten Gäste zur Verfügung.

Dazu gehören der Brunnentempel, das in Form eines römischen Rundtempels erbaute Karussell, der Schneckenberg als Aussichtshügel, die Teufelsschlucht mit schwankender Kettenbrücke und eine künstliche Burgruine samt dazugehöriger Küche. Ebenso der künstlich angelegte Weiher mit einer Insel, auf der nach Vorbild des Cestiusgrabes eine Pyramide steht, Brücken, Musiktempel und die stimmungsvolle Eremitage. Sie sind noch heute vielbesuchte Anziehungspunkte. Früher sorgten auch Schießstände, Heckentheater und Spielsalons mit Roulette und Billard für Abwechslung.

Die Anlage gehörte bald zu den elegantesten und angesehensten Badeorten Deutschlands. Prominente Gäste, gekrönte und ungekrönte Häupter fanden sich ein, wie etwa Freiherr von Knigge oder Frau Rat Goethe mit ihrem Sohn Johann Wolfgang. Seinen glanzvollen Höhepunkt erlebte der Kurort im September 1818, als die Monarchen der Heiligen Allianz, Kaiser Franz II. von Österreich, Zar Alexander I. von Russland und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen einkehrten. Die Kur- und Badeanlage aus dem 18. Jahrhundert ist einzigartig in Deutschland und unberührt erhalten geblieben.

Die Brüder Grimm, Jacob (1785 – 1863) und Wilhelm Grimm (1786 – 1859), Sprachwissenschaftler und Märchensammler wurden in Hanau geboren und lebten hier. Noch zu Lebzeiten, im Jahre 1853, spendete der angesehene Hanauer Bürger und Mäzen Pedro Jung 500 Gulden für ein zu errichtendes Denkmal. Dieses steht nun auf dem Neustädter Marktplatz.

Ebenso in Hanau geboren sind Paul Hindemith (1895–1963), Komponist – Ulrich Dausien, Gründer von Jack Wolfskin und Rudi Völler, ehemaliger Fußballprofi/Teamchef der Deutschen Fußballnationalmannschaft.